130 Jahre Tischlerei Krumböck
Aus 130 Jahren Firmengeschichte gibt es kaum Bilder. Also haben wir die Vergangenheit der Tischlerei Krumböck als bewegte Illustration gezeichnet und mit einem Interview verwoben.
Die Tischlerei Krumböck in Gerersdorf bei St. Pölten wurde 1896 gegründet und hat seither vier Generationen erlebt. Zum 130-jährigen Jubiläum ist ein Hybrid-Dokumentarfilm entstanden, der diese Geschichte erzählt: aus Interviewbildern von heute und aus illustrierten Erinnerungen.
Das Ausgangsproblem war einfach benannt. Aus 130 Jahren gibt es kaum Bild- oder Filmmaterial. Wer einen Jubiläumsfilm machen will, hat für Gründung, Krieg und Neuanfang schlicht nichts, was man zeigen könnte. Unsere Antwort war ein Film, in dem eine Illustration die Vergangenheit sichtbar macht und das Realbild Karl Krumböck im Interview zeigt.
Unser Schwerpunkt lag auf der Idee, der Konzeption und der Durchführung. Produziert und gegradet haben wir den Film inhouse. Die fertige Fassung hat die Tischlerei Krumböck anschließend selbst mit eigenen Bildern und Videos erweitert.
Das Zopf-Prinzip im Schnitt
Der Schnitt folgt einem Muster, das wir intern „Zopf-Prinzip“ genannt haben: Karl real, dann eine Erinnerung als Illustration, dann wieder Karl. Die Ebenen laufen abwechselnd durch den Film. Den emotionalen Höhepunkt bildet das Feuer von 1974.
Protagonistin ist die Tischlerei selbst, nicht eine einzelne Person. Karl Krumböck ist dabei der längste durchgehende Faden. Er war 65 der 130 Jahre dabei und kann als Zeitzeuge erzählen, was sonst niemand mehr erzählen könnte.
Wer spricht wann
Ein ruhiger, warmer Off-Erzähler trägt die Chronik über den illustrierten Passagen. Karls O-Ton bleibt den Realbild-Segmenten vorbehalten und trägt dort die Emotion. Die Aufgaben sind klar getrennt. Das hat außerdem den Vorteil, dass wir nicht auf teils verwaschene Original-Takes angewiesen sind.
Die Realbild-Segmente haben wir in der Tischlerei Krumböck selbst gedreht, mit Red Kameras, eigenem Equipment und einer spezifischen Lichtsetzung. Das Color Grading kam ebenfalls aus unserem Haus.
Die Stationen, die der Film durchläuft:
- Wurzeln im Pfarrhof
- Krieg und das Inserat 1945
- Feuer 1974 und Übernahme 1975
- neue Werkstatt (im Drehbuch „Orgelpfeifen“)
- Umbruch 1992 mit dem Wechsel auf Messebau
- Neubau 2011 und Übergabe 2013
Holzschnitt statt Comic
Ein „lustiger“ Cartoon kam nicht infrage. Wir wollten bewegte Illustration mit der Textur von Holzschnitt und Werkstatt. Die Palette besteht aus Holzbraun, Ocker und Schwarz. Nur ein einziger Signalton, Bernstein bis Feuerorange, ist für die emotionalen Höhepunkte reserviert. Die Kamerabewegungen bleiben bei ruhigen Parallax-Pushs. Die Illustrationen wurden in Higgsfield generiert, die Bildsprache dazu haben wir vorher festgelegt.
Was wir für das Projekt geliefert haben
- Regie- und Schnittkonzept samt Cartoon-Drehbuch mit den Prompts für Higgsfield
- reiner Sprechtext mit Erzähler und Karl-O-Ton in Filmreihenfolge
- Timecode-Version mit anhand der SRT-Untertiteldatei geprüften Sprungmarken
- drei zusätzliche Erzählersequenzen, vom Feuer bis zu Neubau und Übergabe, mit recherchierten Fakten
Ein Handwerk, das bleibt
Die Leitmotive des Films sind drei Sätze aus der Firmengeschichte: „Leben und leben lassen. Gib dem anderen eine Chance. Nütze deine Zeit.“ Am Ende steht die Botschaft „130 Jahre – ein Handwerk, das bleibt“.
Abgespielt wurde der Film auf der 130-Jahr-Feier in einem gebauten Kino. Den Film „130 Jahre Krumböck: Die Story“ gibt es auf dieser Seite im Video zu sehen.


