Brachflächen mit Zukunft
Leere Hallen und verwaiste Grundstücke sind für viele ein Randthema. Für ecoplus wurden sie zum Ausgangspunkt einer Filmserie über Niederösterreichs Standortfragen.
Leere Hallen, stillgelegte Areale, verwaiste Betriebsgrundstücke. Für die meisten sind Brachflächen ein Randthema. Für uns waren sie der Ausgangspunkt einer Filmserie über eine der wichtigsten Standortfragen Niederösterreichs. Herausgekommen ist ein Werbefilm, der als Trailer zur Serie dient.
Boden ist endlich. Jeder Quadratmeter, der auf der grünen Wiese versiegelt wird, ist weg. Gleichzeitig stehen in vielen Gemeinden Flächen leer, die bereits erschlossen sind: Wasser, Kanal, Strom, Zufahrt. Genau hier setzt die Brachflächenerhebung der Wirtschaftsagentur ecoplus an. Dieses Spannungsfeld wollten wir sichtbar machen, nicht als Statistik, sondern als Geschichten von Menschen, die in ihren Gemeinden aus Leerstand wieder Zukunft machen.
Brachflächen in Niederösterreich: 920 Hektar Potenzial
ecoplus hat 2023 erstmals eine landesweite Erhebung gestartet und alle 573 niederösterreichischen Gemeinden angefragt. Rund zwei Drittel, nämlich 386 Gemeinden, haben geantwortet (Land NÖ, April 2024).
Das Ergebnis: über 700 potenzielle Standorte mit rund 920 Hektar Gesamtfläche. Erfasst wurden Brachflächen sowie gewidmete, aber unbebaute Betriebsgrundstücke. ecoplus will Unternehmen auf Standortsuche gezielt auf diese Flächen lenken, statt neue Flächen zu versiegeln. Die anonymisierten Daten fließen inzwischen auch in eine bundesweite, KI-gestützte Brachflächenerhebung ein (Land NÖ, August 2024).
Vier Stimmen aus vier Perspektiven
Statt Flächen von oben zu erklären, haben wir die Menschen vor die Kamera geholt, die vor Ort entscheiden. Vier Interviews, vier Blickwinkel auf dasselbe Ziel: Innenentwicklung vor Außenentwicklung.
Sonja Gattringer, Flächenmanagement & Geoinformation, Wiener Neustadt. Sie zeigt, wie die Stadt zum Bindeglied zwischen Eigentümern und Unternehmen wird. Ihre stärkste Geschichte: Ein großer Elektrobetrieb wollte absiedeln und konnte gehalten werden. Heute ist er auf 10.000 m² gewachsen.
Markus Bayer, Bürgermeister von Zellerndorf. Die alten Ziegelofenhallen sind für ihn Teil der Ortsidentität. Statt Abriss gibt es neue Nutzungen, von Betriebsansiedlungen bis Co-Working. Er beobachtet ein deutliches Umdenken bei Betrieben, die bewusst im Bestand bleiben.
Franz Göd, Bürgermeister von Sigmundsherberg. Im Ortsinneren liegen 24 Hektar gewidmetes Bauland, voll erschlossen. Sein Ansatz: Lücken innen schließen, statt nach außen zu wachsen. Sein Fazit aus einer Nachnutzung: eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.
Rainer Handlfinger, Bürgermeister von Obergrafendorf. Er spricht offen über Absagen und viele gefahrene Kilometer bei der Mobilisierung von Flächen. Und darüber, warum es sich trotzdem lohnt: neue Arbeitsplätze, ein lebendiges Zentrum und Betriebe, die langfristig im Ort bleiben.
Unser Ansatz: ein Thema, mehrere Formate
Ein Erklärfilm über Flächenwidmung hätte niemanden erreicht. Also haben wir das Thema dokumentarisch erzählt: echte Menschen, echte Orte. Jede Aussage im Film stammt wörtlich aus den Interviews, nichts wurde nachformuliert.
Aus dem Material ist ein ganzes Content-System entstanden:
- Interviewfilme, je ca. 4–5 Minuten: die volle Geschichte jeder Gemeinde
- Supercut, ca. 1 Minute: alle vier Stimmen als Einstieg und Header
- Social Reels, unter 50 Sekunden: Hook, Frage, Antwort, gebaut für den Feed
- Untertitel in allen Formaten: barrierefrei und stumm abspielbar
Die Reels folgen einer klaren Dramaturgie. Ein starker Satz holt den Zuschauer in den ersten Sekunden ab, die Interviewfrage gibt Kontext, die Antwort liefert die Substanz.
Dreh und Team
Gedreht wurde im Juni 2026. Das Team im Überblick:
- Produktion: Tunnelblick Media
- DOP: Florian Koch
- Maske: Claudia Kopatz
Fazit
Brachflächen sind keine Randfrage, sondern eine Ressource. Das Projekt zeigt, dass ein sperriges Standortthema berühren kann, wenn man es über Menschen erzählt statt über Zahlen. Danke an ecoplus sowie an Sonja Gattringer, Markus Bayer, Franz Göd und Rainer Handlfinger für ihre Offenheit vor der Kamera.


